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Review

Switching

 Medium: Dänische Fassung 

Da es sich bei "Switching" um einen "echten" interaktiven Film handelt, wird ausnahmsweise auf das übliche Bewertungsschema verzichtet.


Die Präsentation

Technisch gesehen gibt es keinen Anlaß zur Klage. "Switching" enthält eine DVD-würdige Bildqualität, welche sogar anamorph abgetastet und daher für 16:9-Bildschirme optimiert wurde. Bei der Tonqualität verhält es sich genauso. Die Soundabmischung zwischen Dialoge, Geräusche und Musik wirkt sehr professionell.
Da allein mit einer dänischen Tonspur ein internationales Publikum nur schwer angesprochen werden kann, befinden sich erfreulicherweise englische Untertitel auf der DVD, die optional zugeschalten werden können. Gelegentlich kommen diese Untertitel etwas früh, machen aber ansonsten einen profesionellen Eindruck. Das Spiel kommt in einer DVD-typischen Hülle und besitzt sogar ein dickes DVD-Inlay mit Infos zur Story und der Interaktivität in dänisch und englisch. Was man vermißt sind weitere Extras wie z. B. ein Making Of. Auch ein kleiner Bericht über die vielen Preise, die "Switching" damals in Dänemark ausreichend erhalten hat, wäre nicht schlecht gewesen. Bei der Nutzung von "Power DVD" über den PC gab es übrigens einen unschönen Effekt: Wenn der Zuschauer interaktiv wird, werden zunächst 2 Sekunden Film abgespielt, die eigentlich gar nicht dazu gehören. Nach "gewollt" sah dies nicht aus. Über einen echten DVD-Player, zeigte sich dieser Effekt dann auch, wie schon geahnt, nicht. Über den VLC-Player läuft das Spiel ebenfalls tadellos. Aber kommen wir einmal zum Wesentlichen...


Die Interaktivität

Aus dem dänischen Lande kommt dieser recht unbekannte interaktive Film daher. Der Zuschauer hat die Möglichkeit jederzeit die Handlung zu beeinflussen. Dazu kann er an einem beliebigen bzw. jeden (!) Zeitpunkt die ENTER-Taste auf der Tastatur bzw. der Fernbedienung drücken und sorgt damit für eine Änderung der nachfolgenden Filmszenen. Die Auswirkungen zu erklären und zu akzeptieren ist nicht immer leicht. Für den Einstieg benötigt man in jedem Fall etwas Zeit. Der Spieler hat wie erwähnt die Möglichkeit, an jeder Stelle einen anderen Szenenablauf zu bewirken. So kann es passieren, dass sich die Darsteller bei Klick an einem anderen Ort befinden, und dort die Story weitergesponnen wird. Eine weitere Möglichkeit ist, dass man für ein paar Sekunden die Gedanken der Darsteller hört. Manchmal ist auch nicht sofort nachvollziehbar, was der Klick bewirkt hat und warum jetzt gerade das geschieht, was man zu sehen bekommt. Diese Machart muß der Zuschauer erst auf sich einwirken lassen. "Switching" ist laut dem DVD-Inlay eine Art "filmisches Puzzle". Weiterhin wird dort erwähnt, dass es "kein echtes Ende gibt und der Film immer wieder mit Wiederholungen arbeitet und durch die Interaktivität des Zuschauers lebt." Tatsächlich ist die, an sich eher unspektakuläre Story bzw. der Film, in der Erzählweise manchmal sehr verschachtelt. Der Zuschauer muß fantasiereich sein und sich selbst erklären ob z. B. gewisse Szenen die Gegenwart oder einen Rückblick darstellen. Ein wenig ernüchternd kann es trotzdem schon sein, wenn nach langem Zuschauen und Interaktivität, wieder Szenen auftauchen (im gleichen Ablauf und gleicher Variation), die man schon zuvor gesehen hat. Im Menü hat man außerdem die Möglichkeit vorab zu wählen, mit welcher Person man den Film starten möchte. Leider hat allerdings nur die Hauptperson Frida einen Vorspann inklusive, sodaß es mehr Sinn macht, mit ihr zu beginnen. Bei Wahl einer anderen Person wird ggf. mit einer bekannten Sequenz gestartet, die auch unter der Person Frida auftauchte. Aber es gibt hier auch neue Szenen zu sehen bzw. Szenen in leicht anderer Variation - wenn man an den korrekten Stellen seine Klicks ausführt. Irgendwann befindet man sich aber auch hier wieder an bekannten Filmsequenzen, aufgrund des kreiselnden Storyprinzips. Es könnte an dieser Stelle noch mehr über die Interaktiviät und Auswirkungen erzählt werden, doch vieles muß der Spieler einfach für sich selbst entdecken. Nicht jeder Zuschauer hat die gleiche Denkweise, und "Switching" lebt besonders von dieser Tatsache.


Fazit

Die Erwartungen wurden nicht ganz erfüllt. In jedem Fall ist es erfreulich wieder einmal einen "echten" interaktiven Film in den Händen gehalten zu haben. Es herrschte eine ähnliche Euphorie, als damals das Päckchen mit "Point of View" aus den USA eintraf.
Der Einstieg fällt ein wenig schwer, man muß sich zunächst mit der Story und der Machart der Interaktivität vertraut machen. Es ist ungewöhnlich, dass keine direkten "Hotspots" zum Agieren existieren und stattdessen die Interaktivität durchgehend besteht. Gelegentlich wäre mehr Übersicht wünschenswert gewesen. Oft werden die Szenen zu stark gemixt, sodaß nicht immer alles nachvollziehbar ist. Der Film verfolgt zwar einer gewissen Logik, allerdings öfter Szenen zu sehen, die man erst wenige Minuten vorher gesehen hat und genauso ablaufen, kann bei oftmaliger Wiederholung demotivieren - erst Recht wenn man sich plötzlich wieder am Anfang des Filmes befindet. Daher wäre es idealer gewesen, einen echten Abspann zu sehen, den Film irgendwann aus eigener Lust und Laune mal wieder anzupacken und eine andere Storyline einzuschlagen. Die Story scheint jedenfalls eine Art "Lola rennt"-Prinzip zu verfolgen. Positiv: Den Darstellern nimmt man ihre Rollen gut ab. Die Optik ist ebenso hervorragend.


Trotz Schwächen und der etwas mageren Endwertung ist "Switching" ein interessantes Experiment. Wer gute englische (oder dänische) Kenntnisse besitzt, sollte einen Blick drauf werfen!


Wertung: 6 von 10

 
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